Ein Informationsangebot zur medizinischen Rehabilitation für Versicherte der Deutschen Rentenversicherung Nord

Kann ich eine medizinische Rehabilitation beantragen?

Persönliche Voraussetzungen

Ganz allgemein gesagt, erfüllen Sie die persönlichen Voraussetzungen für eine Reha, wenn bei Ihnen Rehabilitationsbedarf vorliegt. Das bedeutet:

  • Ihre Erwerbsfähigkeit ist wegen einer Erkrankung oder einer Behinderung gefährdet oder bereits eingeschränkt,
  • es ist absehbar, dass die Reha Ihren Gesundheitszustand soweit wiederherstellen oder stabilisieren kann, so dass Sie absehbar wieder arbeiten können und
  • Ihre Gesundheit erlaubt Ihnen das Aufsuchen der Rehabilitationseinrichtung und die Teilnahme an den Therapien, die dort durchgeführt werden.

Ob die persönlichen Voraussetzungen erfüllt sind, klären neben dem Hauptantragsformular (G100), die Zusatzbögen G110, G115 und der ärztliche Befundbericht (SMD2061) oder das ärztliche Gutachten. Diese Formulare müssen sorgfältig ausgefüllt werden, da sie die Grundlage für die Entscheidung über den Antrag darstellen. Von besonderer Wichtigkeit ist die fachliche Stellungnahme Ihres behandelnden Arztes oder Ihres Betriebsarztes (SMD2061), d. h. ob dieser eine Rehabilitation befürwortet und ihre Notwendigkeit betont. Sie haben alternativ die Möglichkeit, ein ärztliches Gutachten bei der Deutschen Rentenversicherung Nord zu beantragen. Die Deutsche Rentenversicherung Nord gibt dann für Sie ein solches Gutachten in Auftrag.

Versicherungsrechtliche Voraussetzungen

Neben den persönlichen Voraussetzungen, müssen bestimmte versicherungsrechtliche Voraussetzungen erfüllt sein. Die meisten Erwerbstätigen in Deutschland erfüllen diese Voraussetzungen. Generell gilt, dass Sie eine Mindestversichertenzeit von insgesamt 15 Jahren erfüllt haben müssen. Das bedeutet, dass für diesen Zeitraum Beiträge in die Rentenkasse eingezahlt wurden. Auf die Mindestversichertenzeit werden alle geleisteten Pflichtbeiträge oder freiwillig gezahlten Beträge, Kinderbetreuungszeiten und Zeiten aus dem Versorgungsausgleich angerechnet. Zeiten, in denen Arbeitslosengeld I bezogen wurde, werden zur Mindestversichertenzeit hinzugezählt. Zeiten, in denen Arbeitslosengeld II bezogen wurde, zählen nicht dazu. Aber auch unter anderen Voraussetzungen ist die Beantragung möglich und zwar, wenn

  • zwei Jahre vor dem Antrag mindestens sechs Monate lang Pflichtbeiträge in die Rentenkasse eingezahlt wurden (normales Beschäftigungsverhältnis oder selbstständige Tätigkeit),
  • innerhalb von zwei Jahren nach einer Ausbildung bis zum Antrag eine Beschäftigung ausgeübt wurde,
  • Sie Hinterbliebenenrente wegen Erwerbsminderung erhalten.
Bei bereits verminderter Erwerbsfähigkeit oder drohender Erwerbsminderung verkürzt sich die Mindestversichertenzeit auf fünf Jahre. Die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen werden vor allem über das Hauptantragsformular (G100) geklärt.

Wann ist eine Rehabilitation nicht möglich?

In bestimmten Fällen kann eine Rehabilitation nicht durch die Deutsche Rentenversicherung Nord erbracht werden, da andere Träger für die Durchführung zuständig sind (z. B. Ihre Krankenkasse oder Ihre Berufsgenossenschaft). In diesem Fall leitet die Rentenversicherung Ihren Antrag an die zuständige Stelle weiter. Sollten Ihre gesundheitlichen Probleme die Folge eines Arbeitsunfalls sein, ist Ihre Berufsgenossenschaft für die Leistung zur medizinischen Rehabilitation zuständig. Eine medizinische Rehabilitation durch die Deutsche Rentenversicherung Nord ist darüber hinaus auch nicht möglich, wenn Sie sich hauptsächlich im Ausland aufhalten oder Ihre gesundheitlichen Probleme zunächst durch eine Akutbehandlung (z. B. im Krankenhaus) behandelt werden müssen.